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Der Dom zu Köln
Der Dom im Jahre 1170
Der Platz, an dem der Dom heute steht,
war seit spätrömischer Zeit der Ort,
an dem die ersten Christen sich in Köln versammelten.
Mehrere, immer größer werdende Kirchen wechselten sich an dieser,
nahe der Stadtmauer gelegenen Stelle ab.
Der erste Kirchenbau, von dem wir wissen, wie er ausgesehen hat,
war der 870 vollendete karolingische Dom.
Er hatte an beiden Enden des Langhauses
je ein Querhaus und einen Chor.
Der Altar im Osten war Maria geweiht,
der im Westen dem heiligen Petrus.
Unter Erzbischof Bruno wurde im Norden und Süden dem Langhaus
je ein Seitenschiff hinzugefügt.
Mit nur noch kleinen Veränderungen stand dieser Dom
bis ins 13. Jahrhundert.
Dieses Bauwerk, ergänzt durch die im Osten des Domes gelegene
Kirche St. Maria ad gradus, zeigt die Darstellung
Der Dom im Jahre 1248
Nachdem die Reliquien der Heiligen Drei Könige durch Erzbischof
Rainald von Dassel 1164 nach Köln gebracht worden waren,
war der Dom nicht mehr nur Amtskirche des Kölner Erzbischofs,
sondern zugleich eine der bedeutendsten Wallfahrtskirchen Europas,
für die eine andere architektonische Form notwendig war.
Bevor man mit dem Bau des gotischen Doms 1248 beginnen konnte,
mußte man den Alten Dom nach und nach abreißen.
Bei dem Versuch den Ostchor mit Brandabbruch niederzulegen brannte
1248 der ganze Bau ab.
Die Westteile wurde provisorisch wiederhergestellt,
damit man in ihnen Messe feiern konnte.
Der Dom im Jahre 1322
1322 wurde der gotische Chor eingeweiht.
Hoch waren seine Gewölbe gespannt und ein filigraner Wald
von Strebepfeilern und Strebebögen umzog das Bauwerk,
um seine Mauern zu stützen.
Wiederum schloß man den Bauteil nach Westen mit einer Mauer ab,
so daß man im ganzen Chorbau Messe feiern und das Domkapitel
sich im Binnenchor versammeln konnte.
Noch vor dem Weiterbau stattete man den Ostchor reich aus.
Wichtige Kunstwerke,
die bereits im Alten Dom gestanden hatten,
wie das Gero-Kreuz und der Schrein der Heiligen Drei Könige
wurden in den Neubau übertragen.
Bedeutende Erzbischöfe, wie Philipp von Heinsberg,
oder Heilige,wie Irmgardis, wurden in den Chorkapellen beigesetzt
Der Dom im Jahre 1794
Nach Fertigstellung des gotischen Chores errichtete man die
Seitenschiffe des Langhauses und zwei Stockwerke des Südturmes.
Bis ungefähr 1530 wurde am Dom gebaut und das Gebäude mit
wichtigen Ausstattungsstücken geschmückt.
Geldmangel und Desinteresse führten dazu,
dass die Arbeit eingestellt werden mußte.
Das Mittelschiff des Langhauses wurde mit einem Notdach geschlossen.
Der Bau blieb, wie die Darstellung zeigt, äußerlich ein Fragment.
Das Innere war jedoch ein großer und offenbar als ausreichend
empfundener Kirchenraum,
der auch in den folgenden Jahrhunderten reich ausgestattet wurde.
1794 zogen die Revolutionstruppen in Köln ein.
Erzbischof und Domkapitel flohen,
und der Dom diente viele Jahre profanen Zwecken,
wurde zum Beispiel als Lagerraum genutzt.
Erst 1801 wurde er wieder zum Gotteshaus geweiht
Der Dom im Jahre 1864
Gerade in den Jahren, in denen der Dom entweiht worden war,
wuchs die Liebe und die Begeisterung für dieses besondere Bauwerk.
Viele Kräfte wirkten zusammen,
damit 1842 mit dem Weiterbau des Domes begonnen werden konnte.
Etwa die Hälfte des Geldes kam aus der preußischen Staatskasse,
die andere Hälfte brachte der Zentral-Dombau-Verein auf,
in dem viele engagierte Bürger sich zusammengeschlossen hatten.
Eine intensive und effektive Bautätigkeit begann.
Sie folgte zwar in den Formen genau den mittelalterlichen Plänen,
bediente sich aber modernster Bautechnik.
Schon 1864 waren, wie die Darstellung zeigt,
die beiden Querhausfassaden und die Obergadenzone von
Langhaus und Querschiff fertig.
Der hölzerne Dachstuhl über dem mittelalterlichen Chor wurde
durch eine eiserne Konstruktion über dem Gesamtbau ersetzt,
die zu den fortschrittlichsten dieser Zeit gehörte.
1880 wurden dann auch die Türme fertig gestellt
Der Dom im Jahre 1998
Obwohl er von vierzehn schweren Fliegerbomben getroffen worden war,
überstand der Dom auch den Zweiten Weltkrieg.
Viele Jahre der Wiederherstellung folgten.
Vor allem am Nordquerhaus wurden dabei auch moderne
Bauformen verwendet.
Das auffälligste Kennzeichen der Nachkriegszeit ist der auf
der Darstellung zu sehende moderne Vierungsturm,
der von Dombaumeister Willy Weyres
und dem Bildhauer Erlefried Hoppe gestaltet wurde.
Noch immer sind einige der im Krieg geschlagenen Wunden
nicht geschlossen,
und gleichzeitig müssen auch die durch Witterung und
Umweltbelastung entstandenen Schäden behoben werden.
Deshalb ist der Dom die ewige Baustelle und wird es hoffentlich
noch lange bleiben.
Die ständigen Arbeiten am Dom belegen,
wie wichtig den Menschen der Dom noch immer ist.
Die Maße des Domes
| Gesamtläng außen |
144,58 m |
| Gesamtbreite außen |
86,25 m |
| Breite der Westfassade |
61,54 m |
| Breite der Querhausfassade |
39,95 m |
| Breite des Langhauses innen |
45,19 m |
| Höhe des Südturmes |
157,31 m |
| Höhe des Nordturmes |
157,38 m |
| Höhe des Dachreiters |
109,00 m |
| Höhe der Querhausfassaden |
69,95 m |
| Höhe des Dachfirstes |
61,10 m |
| Innenhöhe der Mittelschiffe |
43,35 m |
| Innenhöhe der Seitenschiffe |
19,80 m |
| Überbaute Fläche ca. |
7.914 qm |
| Fensterfläche ca. |
10.000 qm |
| Dachfläche ca. |
12.000 qm |
Umbauter Raum ohne Strebewerk |
407.000 cbm |
Der Heiligen Drei Königen Schrein
Der Schrein der Heiligen Drei Könige ist das größte,
künstlerisch bedeutendste und inhaltlich anspruchsvollste Reliquiar
des Mittelalters.
Für die 1164 aus Mailand nach Köln gebrachten Gebeine der Könige
wurde ab ca. 1190 bis um 1220 der Schrein von der Werkstatt
des Goldschmiedes Nikolaus von Verdun und nachfolgenden Kölner
und maasländischen Werkstätten gefertigt.
Der Schmuck besteht aus in Gold und Silber getriebenen,
feuervergoldeten Figuren, Filigranplatten mit Steinbesatz
Edelsteine, Halbedelsteine,
antike geschnittene Gemmen und Kameen
und Emailschmelz an Säulen, Bögen und Profilen.
Das Bildprogramm umfaßt die Heilsgeschichte vom Anbeginn
der Zeit bis zum Weltgericht.
Nach der Flucht vor den französischen Revolutionstruppen 1794
war der Schrein um eine Achse verkürzt worden.
Bei der letzten Restaurierung von 1961 bis 1973 wurde er weitgehend
in der ursprünglichen Form wiederhergestellt.
In mittelalterlicher Zeit war geplant,
den Schrein in der Vierung des Domes aufzustellen.
Heute erhebt er sich hinter dem mittelalterlichen Hochaltar und bildet
so das Zentrum des gotischen Domes, der als steinernes Reliquiar
für ihn errichtet worden war.
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